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Unternehmen lernen am besten von anderen Unternehmen – Rückblick und neue Impulse auf der GestalteMIT-Abschlussveranstaltung in Chemnitz

Besonders kleine und mittlere Unternehmen sind häufig auf der Suche danach, wie sie versteckte Potenziale und vorhandenes Know-How für sich besser nutzen können – für die Gesundheitsförderung, eine moderne Personalarbeit oder einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Im Projekt „GestalteMIT“ wurden 80 Kümmerer aus 60 Unternehmen ausgebildet. In den Handlungsfeldern Personal, Gesundheit und Innovation erhielten sie in praxisnahen Seminaren und Workshops das nötige Rüstzeug, um ihre Rolle als interne Beauftragte, Berater und Gestalter gut ausfüllen zu können. Die Projektabschlussveranstaltung bot den rund 50 Teilnehmenden Gelegenheit, um sowohl auf Erreichtes zurück zu blicken, als auch neue Impulse mitzunehmen und sich auszutauschen.

GestalteMIT! als Handlungsaufforderung

Der Projektrückblick verdeutlichte, was das Projekt in seiner fünfjährigen Laufzeit geleistet hat und mit welcher Intensität die Kümmerer fit gemacht wurden. Ein Erfolgsfaktor dabei war die Einbeziehung der Bedarfe und Themen der Kümmerer in die Seminar- und Workshopkonzeption. Dadurch bekamen die Kümmerer Methoden und Instrumente an die Hand, um das Miteinander, die Kommunikation und die Prozesse im Unternehmen mitzugestalten und ihre Kolleginnen und Kollegen zum Mitgestalten zu animieren. In ihrem Grußwort unterstrich Dr. Julia Moser, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, den positiven Ansatz des Projektes und verwies auf die Lern- und Experimentierräume als neuer Ansatz der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), in denen im geschützten Rahmen Neues ausprobiert werden kann.

Menschen müssen gefördert werden und benötigen Rahmen und Perspektive

In ihrem eindrucksvollen Impulsvortrag brachte Kati Bauer, Geschäftsführerin von dieBRILLENBAUER GmbH, sieben Punkte mit, die sie für ein gutes Miteinander im Unternehmen als wichtig erachtet. Sie selbst hat nach dem Abitur den Beruf der Optikerin erlernt und war nach dem Abschluss der Meisterschule zunächst arbeitslos. Schließlich wurde ihr eine Stelle in Flöha angeboten – unter der Maßgabe, dass sie die Filiale kauft. Mittlerweile besitzt sie 11 Filialen in Sachsen und beschäftigt 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Führung kennt keine Pause, man führt immer!“ begann sie ihren 30-minütigen Vortrag. Dabei lautet ihr wichtigster Grundsatz „Loben zieht nach oben“. Das Ohr ist ein lernendes Organ. Das Unterbewusstsein kann nicht unterscheiden, ob ich andere oder mich selbst lobe. Mache ich also den andere groß, stärke ich auch mich selbst. Wichtiges Credo dabei: Man muss Menschen besprechen, nicht bedenken.

Strukturen und Standards unterstützen die Mitarbeitenden, sich innerhalb gesetzter Grenzen frei bewegen zu können. Klare, gemeinsam erarbeitete Feedback-Regeln unterstützen die Kritikfähigkeit der einzelnen Personen und fördern die Feedbackkultur. „Es geht alles bei mir los!“ Deswegen versucht sie, bei allen Aufgaben und Themen als Vorbild voran zu gehen. „Ich gebe Kollegen nur die Aufgaben, die ich selber ausprobiert habe“. Derzeit entsteht im Unternehmen ein gemeinsamer Wertebaum. Dazu gehört auch sich darüber zu verständigen, welcher Wert was für den Einzelnen bedeutet. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die Beschäftigten müssen ihr vertrauen, dass sie eine Vision hat und das Unternehmen in die richtige Richtung steuert. Gleichzeitig schenkt sie ihren Mitarbeitenden und Auszubildenden Vertrauen. Z.B. wird regelmäßig eine Filiale nur von Azubis geführt.

Über Gesundheits-, Innovations- und Personalthemen ins Gespräch kommen

In drei thematischen Workshops gab es anschließend reichlich Gelegenheit für Input und Austausch. Die wie immer zu knappe Zeit nutzten die Teilnehmenden um zu besprechen, was Gesundheit mit Unternehmenskultur zu tun hat, wie man Veränderungen und Unvorhersehbares lieben lernt oder wie Mitarbeiter/innen an das Unternehmen gebunden werden können. Deutlich wurde, dass es nicht nur einen richtigen Weg zum Ziel gibt, sondern es wichtig ist, ein Vorgehen zu wählen, welches die Menschen im Unternehmen einbezieht, mitnimmt und entwickelt – ganz im Sinne des Projektes GestalteMIT!

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gestaltemit.info.

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