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PFLEX.live am 27.09.2022: Gewalterfahrungen in der ambulanten Pflege

Ende September begrüßten wir Julia Petersen von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in unserer Online-Austauschrunde. Frau Petersen berichtete uns aus aktuellen Forschungsergebnissen zur Arbeitsorganisation und zu Gewalterfahrungen in der ambulanten Pflege.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat sich für die Jahre 2021 bis 2024 vorgenommen, aus einem Projekt heraus wissenschaftliche Grundlagen für gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung und -organisation in der ambulanten Pflege zu schaffen. Die Zahl der ambulanten Pflegedienste in Deutschland stieg in den letzten Jahren stetig an. Diese Unternehmen versorgen durch den Leitgedanken „ambulant vor stationär“ eine Vielzahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland. Die Belastungen, die bei der Arbeit für die Mitarbeitenden entstehen, sind hoch. Verhältnispräventive Maßnahmen sind in den Unternehmen also unabdingbar, um diesen entgegenzuwirken und gesunde Arbeitsumgebungen zu schaffen.

 

Frau Petersen berichtete uns, dass sich die BAuA in zwei Projektteilen befasst: Erstens, was ist der Status Quo, welche Daten gibt es bereits zur gesunden Arbeitsorganisation in der ambulanten Pflege? Und zweitens, welche Erkenntnisse können neu aus der Praxis gewonnen werden? Aktuell liegen erste Ergebnisse einer bundesweiten Online-Erhebung (bislang unveröffentlicht) vor, die u.a. die Gewalterfahrungen von Pflegekräften in der ambulanten Pflege als Belastungsfaktor aufzeigen. Pflegekräfte erleben mindestens einige Male im Jahr oder häufiger Konflikte, verbale und körperliche Gewalt sowie sexuelle Belästigung durch Pflegebedürftige oder Angehörige. Diese Gewalterfahrungen sind mit einem negativen Gesundheitszustand sowie der Entwicklung von Burnout-Symptomen bei den Pflegender assoziiert.

 

Aus den Ergebnissen leitete Frau Petersen schon erste Tipps für die ambulanten Pflegedienste ab:

  • Eine verlässliche Tourenplanung hilft, Gewalterfahrungen zu vermeiden. Die zu Pflegenden sollten bereits bekannt sein und nicht kurzfristig versorgt werden müssen. So werden keine unbekannten Pflegedürftigen übernommen.
  • Wichtig sind auch Angebote, die in emotional belastenden Situationen psychische Unterstützung ermöglichen. Dazu zählt beispielsweise die Supervision.
  • Vor Ort können Hilfsmittel zur Reduktion der physischen Belastung, wie Lifter, die Pflegesituation erleichtern und Konflikten mit Angehörigen und Pflegebedürftigen vorbeugen.
  • Generell helfen Weiterbildungen und Aufstiegschancen den Pflegekräften, selbstbewusst und sicher mit Konfliktsituationen umzugehen. Damit werden auch neue Karriereperspektiven geschaffen.

 

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