Spule mit Fadenanfang für den Karrierestart

Den Faden guter Personalarbeit aufnehmen

Wie erleben Bewerbende den ersten Kontakt mit einem Unternehmen? Tipps, Praxisbeispiele und Werkzeuge für Orientierung, Ansprache und Einstieg.

Orientierung & Einstieg

Zu Beginn wird der Faden aufgenommen: Interessierte entdecken Berufsbilder, lernen über Praktika das Unternehmen kennen oder prüfen den Quereinstieg.

Für Unternehmen beginnt hier bereits ein wirksames Onboarding. Entscheidend ist, wie klar, realistisch und fair der erste Kontakt gestaltet wird:

  • verständliche Einblicke in Aufgaben und Arbeitsbedingungen,
  • transparente Bewerbungs- und Auswahlprozesse,
  • Möglichkeiten, eigene Fähigkeiten praxisnah zu zeigen,
  • eine erkennbare Passung zwischen Person, Tätigkeit und Unternehmen.

Aus arbeits- und organisationspsychologischer Sicht prägen diese frühen Erfahrungen Erwartungen, Arbeitgeberattraktivität und Bindung [Siehe auch BiBB-Bewerbendenstudie 2025]. Die Station betrachtet deshalb beide Seiten: Wie erreichen Unternehmen passende Bewerbende – und wie erleben Bewerbende den Einstieg?

Am Anfang stehen viele Fragen

 Wer über den Wechsel des Arbeitsplatzes nachdenkt, sucht nicht nur nach einer freien Stelle. Im Kopf entsteht bereits ein mögliches Bild vom künftigen Arbeitsalltag:

  • Welche Aufgaben erwarten mich?
  • Wie arbeitet das Team zusammen?
  • Kann ich die Tätigkeit auch ohne klassische Ausbildung erlernen?
  • Und was passiert eigentlich, nachdem ich meine Bewerbung abgeschickt habe?

Gerade in der produzierenden Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Textil und Chemie bleiben Berufsbilder, Maschinen und Abläufe für Außenstehende oft schwer vorstellbar. Unternehmen, die hier früh verständliche und ehrliche Einblicke geben, schaffen Orientierung und Vertrauen. Dafür ist keine Hochglanzfassade nötig. Stattdessen helfen konkrete Informationen darüber, wie Arbeit, Zusammenarbeit und Einstieg tatsächlich aussehen.

Beispielsweise hat das Unternehmen SHZ Hebe- und Zurrtechnik die Mitarbeitenden als wichtigste Ressource in ihr Leitbild aufgenommen (siehe ausführlicher Erfahrungsbericht).

Lots:innen unsers Projektpartners CETEX erstellten für Bewerber und Bewerberinnen per Video eine Direktansprache, die schnell zeigt, wer die zukünftigen Kollegen und Kolleginnen sein werden.

Cetex-Mitarbeiterin stellt das Forschungsinstitut vor

Zur Cetex-Direktansprache

Die Employee Journey beginnt vor dem ersten Arbeitstag

Fünf Aufgaben für Personalverantwortliche

Für Unternehmen beginnt diese Station mit der Frage:

  1. Wen möchten wir erreichen – und welche Informationen brauchen diese Menschen? Auszubildende, erfahrene Fachkräfte, Quereinsteigende oder Menschen mit Sorgeverantwortung achten auf unterschiedliche Aspekte. Kurze Zielgruppenprofile helfen, Ansprache und Kontaktwege passend zu gestalten.
  2. Gleichzeitig sollten Unternehmen ein realistisches Bild der Arbeit vermitteln: Welche Aufgaben, Maschinen und Anforderungen prägen den Alltag? Was kann erlernt werden und wie arbeiten die Teams zusammen? Kurze Videos, Arbeitsplatzporträts und Stimmen von Beschäftigten schaffen dabei oft mehr Orientierung als allgemeine Imageaussagen.
  3. Auch der Bewerbungsprozess sollte einfach, transparent und möglichst barrierearm sein. Interessierte müssen schnell erkennen können, welche Stellen offen sind, welche Unterlagen benötigt werden, wer ansprechbar ist und wie es weitergeht.
  4. Bei der Auswahl zählt nicht nur der formale Abschluss. Besonders für Quereinsteigende können praxisnahe Aufgaben zeigen, ob Person, Tätigkeit und Unternehmen zueinander passen. Wichtig sind klare Kriterien und faire Bedingungen.
  5. Nach der Zusage beginnt das Preboarding: Informationen zum ersten Tag, zu Arbeitszeiten, Anfahrt, Arbeitskleidung und Ansprechpersonen geben Sicherheit. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen Arbeitsplatz und Einarbeitung vor. Damit ist der Faden aufgenommen – und alle Beteiligten bereit für die nächste Station.

[Grafik Employee Journey]

Tipps, Werkzeuge und Einblick

Faktenblatt Kandidatenreise

Das Faktenblatt zeigt die wichtigsten Stationen vom ersten Kontakt bis zur Vertragsunterzeichnung. Unternehmen können damit ihre Kontaktpunkte aus Sicht der Bewerbenden überprüfen.

Faktenblatt Kandidatenreise bis Vertragsunterzeichnung

Download: Faktenblatt Kandidatenreise bis Vertragsunterzeichnung

Check-up für Unternehmenswebseiten

Der Check-up unterstützt Unternehmen dabei, ihre Webseite auf eine verständliche Zielgruppenansprache, authentische Einblicke und einfache Bewerbungsmöglichkeiten zu prüfen.

Download: Checkup Fachkräfteorientierte Unternehmenswebseiten

Karriereseite als Eintrittstor

Das Praxisbeispiel zeigt, wie regionale Sichtbarkeit, persönliche Kommunikation und transparente Abläufe die Fachkräfteansprache unterstützen können.

Weiterlesen: Karriereseite als Eintrittstor in den Betrieb

 

Prompting-Spickzettel für die Personalarbeit

Der Spickzettel zeigt, wie KI beim Strukturieren von Stellenanzeigen, bei der zielgruppengerechten Ansprache und bei weiteren Aufgaben der Personalarbeit unterstützen kann.

Weiterlesen und herunterladen: Prompting-Spickzettel in der Personalarbeit

 

Einblick in das Projekt

Beim Kick-off beschäftigten sich die Lots mit den betrieblichen Herausforderungen und ersten Ansatzpunkten für ihre Praxisprojekte.

Weiterlesen: Kick-off der Lots:innen im Projekt

Der nächste Schritt

Ob Fachkräfteansprache, Einstieg, Entwicklung oder beruflicher Übergang: Gute Personalarbeit entsteht dort, wo betriebliche Anforderungen und die Perspektiven der Mitarbeitenden zusammenkommen. Sie möchten eine Station der Employee Journey in Ihrem Unternehmen weiterentwickeln?

Sprechen Sie uns an – wir unterstützen Sie dabei, den Faden aufzunehmen und passende Lösungen für Ihre betriebliche Praxis zu entwickeln.

Das Projekt „Eingefädelt, zugeschnitten und verwoben – Fachkräfte gewinnen und sichern in der Textilbranche“ wird im Rahmen des Programms "Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftliche gestalten: Weiter bilden und Gleichstellung fördern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.

Ansprechpersonen

Louisa Güldner
Louisa Güldner
Simon Fronczek
Simon Fronczek
Foto Claudia Graf-Pfohl
Claudia Graf-Pfohl

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